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Autor: Dittmar Siebert

Letzte Änderung: 13.11.2019



 
Werkzeugsplitting im Fensterbau bedingt Variablität und Diversifikation in der Profilierung, wobei mehrere Spindeln  z. B. innerhalb einer Winkelkombination, hintereinanderschaltet werden.
Viele Tischlereien besitzen mitlerweile ein CNC-Bearbeitungszentrum und nutzen dieses spezifisch entweder für Plattenwerkstoffe im Möbelbau oder ausschließlich für Massivholz im Treppenbau oder Fensterbau.
Durch relativ geringe Modifikationen (4-Achs-Technik, größere Bearbeitungshöhe, stärkere Spindel, entsprechende Spannvorrichtungen) kann man ein CNC-Bearbeitungszentrum so konfigurieren, daß es für alle drei Bereiche gleich gut einsatzfähig ist.
Doch die wesentlichste Hürde stellt die Werkzeuginvestition dar. Während man bei der Bearbeitung von Plattenwerkstoffen überwiegend mit Bohrern, Nutsäge und Schaftfräsern arbeitet, welche relativ preisgünstig in der Anschaffung sind, braucht man für den Fenster- und Haustürenbau normalerweise einen kompletten Werkzeugsatz. Das geht ins Geld. (siehe Bild 1 ) Zudem ist oftmals der Werkzeugwechsler zu klein.
Also fertigt man in traditioneller Weise oder kauft die entsprechenden Produkte zu.
Eine interessante Alternative für den Schreiner, der in der Regel sein CNC-Bearbeitungszentrum im Innenausbaubereich nutzt und gelegentlich  Türen, Haustüren, Fassaden, Wintergärten machen möchte, könnte Werkzeugsplitting sein.
Verwendet man z. B. einen größeren Falzkopf und ein beidseitig wirkendes Abrundungswerkzeug, so kann man schon einen weiten Bereich an Profilen durch hintereinander geschaltetes Fahren des Werkzeugs abdecken.
Innerhalb der Holzfachschule ist ein kompletter  20-teiliger CNC  ProfilCut-Werkzeugsatz von Leitz für ein IV 66 Fenster mit 12 mm Falzluft, Euronut/Eurofalz vorhanden.
Bild 1.) CNC Werkzeugsatz der Holzfachschule Bad Wildungen
Quelle: Autor

Die Holzfachschule hat zwei CNC-Bearbeitungszentren, u. a. eine modifizierte WEEKE 550,
welche so ausgelegt ist, daß man auch Fenster und Haustüren herstellen kann.
Im September wird ein drittes CNC-Bearbeitungszentrum, eine Homag Venture 12, eine leistungsstarke Maschine für den Fenster- und Treppenbau installiert.
Im Rahmen des projektorientierten Unterrichts für Holzbearbeitungstechniker wurde die Aufgabe gestellt, ein neues Profil mit 4 mm Falzluft und tieferen Blendrahmeninnenfalz für eine Außen- bzw. Haustüre von dem vorhandenen Fensterprofil mittels Werkzeugsplittings abzuleiten. Dazu wurden zuerst CAD-Zeichnungen von dem vorhandenen Fensterprofil IV 66 und der Profilgebung der einzelnen CNC-Werkzeuge angefertigt. Innerhalb von AutoCAD konnte man sehr schön durch überlagernde Layertechnik das neue Haustürprofil entwickeln unter der Maßgabe, das man dieses auch mit dem vorhandenen CNC-Werkzeugsatz herstellen konnte.
Quelle: Autor

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Bild 2.) Werkzeugsplitting mittels CAD (AutoCAD) geplant und ausgeführt
Quelle: Autor

 
 
Die entsprechenden Versatzmaße für die einzelnen Werkzeuge in der Breite und in Z-Richtung konnten ebenfalls aus den CAD-Zeichnungen genauestens abgeleitet werden.
Ergebnis war eine Zeichnung, in welcher jeder einzelne Bearbeitungsschritt mit Angabe der Rüstversatzmaße im Maßstab 1:1 dargestellt wurde. (siehe Bild1)
Es mußte das Längsprofil des Blendrahmens, aufrecht und oben entwickelt werden. Das Konterprofil mußte entsprechend abgeleitet und das Flügelaußenprofil passend dazu konstruiert werden. Die Verbindungen erfolgten über Dübelbohrungen.
Gemäß diesen Zeichnungen wurden die Bearbeitungen in Woodwop programmiert. Durch Probefräsungen erfolgte die Feinabstimmung des Profils in der Realität.
 
 
Bild 3.) Mit einem Falz- und Abrundungsfräser kann man sehr viele Profile herstellen
Quelle: Autor
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 Schließlich wurde dann die komplette Türe gefertigt. Die Lochkastenbohrung für das Schloß wurde programmiert und per Langlochaggregat hergestellt. Rahmen und Flügel wurden verleimt, oberflächenbehandelt, angeschlagen und verglast.
Die als Projektarbeit hergestellte Türe verbindet den neuen Unterrichtsraum mit CAD-Arbeitsplätzen und den Werkstattraum mit dem neuen CNC-Bearbeitungszentrum von Homag.
 
Quelle: Autor

 
Bild 4.) Projektarbeit Herstellung einer Ausgangstüre an einem CNC -Bearbeitungszentrum
Quelle: Autor

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 






Ziel der Holzfachschule ist es, den Schülern im Unterricht projektorientiert und praxisnah Kenntnisse in modernster Maschinentechnik, Hardware, Software zu vermitteln, sodaß diese kompetent und sicher im späteren Berufsleben nutzbringend anwenden zu können.
Dabei stellen auch die Schüler immer wieder fest, daß auch die modernste Maschine nur so gut ist, wie ihr Bediener.


 
 

Diesen Artikel finden Sie als BISTECH Fachinformation für Handwerkunternehmen unter www.fachinfo.bistech.de.