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WICHTIGER ALS HAMMER UND NAGEL: DAS EIGENTLICHE KAPITAL VON HANDWERKSBETRIEBEN IST DAS WISSEN IHRER MITARBEITER - DIE WISSENSBILANZ

Letzte Änderung: 03.03.2010
Durch den rasant fortschreitenden Strukturwandel veraltet einmal erworbenes Wissen immer schneller. Lebenslanges Lernen, systematische Personalentwicklung, verbunden mit einer gezielten Organisationsplanung und -entwicklung sind daher auch für das Handwerk von entscheidender Bedeutung. Denn die Anforderungen an Produkte, betriebliche Abläufe und den Umgang mit dem Kunden verändern sich ständig.
Um Handwerksbetriebe aktiv zu unterstützen, bietet die Handwerkskammer Hannover ihren Mitgliedsbetrieben ein breit gefächertes Angebot an Beratung, Projektunterstützung und Seminaren an. Durch die Bank Werkzeuge für den effektiven Umgang mit dem wichtigsten Kapital eines Unternehmens: Wissen.
Der Dreh- und Angelpunkt aller Erfolge oder Misserfolge eines Betriebes ist das Personal, das „immaterielle Kapital" des Unternehmens. Die Art des Umgangs miteinander, Führungs- und Kommunikationsstrukturen, die Beziehungen zu Kunden, Lieferanten und Kooperationspartnern - dies alles hat Auswirkungen auf den Betrieb. Wenn die Mannschaft mit zieht, können viele Hürden genommen werden, auch in schwierigen Zeiten. Auf der anderen Seite gilt aber auch: unmotivierte, überforderte oder frustrierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können auch zu konjunkturellen Hochzeiten jede positive Unternehmensentwicklung mühelos blockieren.
Ein Betrieb, der erfolgreich wirtschaften will, muss sich daher nicht nur die Frage stellen: Welches technisch-fachliche Wissen brauchen wir jetzt und in Zukunft? Er muss sich auch eine Antwort auf die Frage haben: Auf welche Weise kann man dieses Wissen bereitstellen? Wie wird es intern weitergegeben? Wie kann sichergestellt werden, dass jeder weiß, was er wissen sollte?

Die Wissensbilanz für Handwerksbetriebe

Antworten auf diese Fragen und erste Handlungsansätze können anhand einer Wissensbilanz erarbeitet werden. Damit werden Unternehmen in die Lage versetzt, das „immaterielle Kapitel" schnell zu erfassen, es nach innen und außen zu kommunizieren und wenn nötig Maßnahmen zur Veränderung einzuleiten.
Die Wissensbilanz, die in moderierten Workshoptagen gemeinsam von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Unternehmensbereiche erstellt wird, weist in strukturierter Form das Vermögen aus, das sich hinter den Wissensressourcen von Mitarbeitern, Kunden und den Unternehmensprozessen verbirgt.
Der Nutzen liegt unter anderem darin, dass systematisch aufgezeigt wird, was den Betrieb ausmacht. Darüber hinaus werden neue Grundlagen für unternehmerische Planungen erarbeitet, und dies in einem Prozess, an dem alle beteiligt sind. Das schafft Identifikation und Motivation für die Umsetzung von Neuerungen.
Die Wissensbilanz ist ein Instrument, das vom Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik entwickelt wurde. Sie ist inzwischen in zahlreichen mittelständischen Betrieben erprobt worden. Auch die Technologie-Transfer-Stelle der Handwerkskammer Hannover, die zu einem bundesweiten Netzwerk gehört, bietet Moderation zur Erstellung einer Wissensbilanz an. Das Angebot richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen. Sie sollen bei der Lösung ihrer spezifischen Probleme, in ihrer betrieblichen Weiterentwicklung und ihrer Innovationsfähigkeit unterstützt werden.



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