Sie befinden sich hier: BISTECH > FACHINFORMATIONEN > INNOVATION & TECHNOLOGIE > INFORMATIONS- UND KOMMUNIKATIONSTECHNIKEN > INFORMATIONSMANAGEMENT MIT ANGEPASSTEN WIKI-SYSTEMEN

FACHINFORMATIONEN

Finden Sie Artikel aller Fachberater und aller
Themen des Netzwerks zu Ihrem Stichwort:

Fachinformationen

INFORMATIONSMANAGEMENT MIT ANGEPASSTEN WIKI-SYSTEMEN

Letzte Änderung: 14.09.2009
In einer empirischen Untersuchung (nicht repräsentativ) der Universität Köln konnte von Tim Bartels 2006 gut dargestellt werden, dass nicht nur große Unternehmen sondern auch kleinere Unternehmen bis 50 Mitarbeiter vom Einsatz eines Wikis profitieren können.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung von Informationen
Was ist ein Wiki
Aktueller Stand der Technik
      Einfach zu erlernende Markup-Sprache
Gute Gründe ein Wiki einzusetzen
      Vorteile
Wiki auch für Handwerksbetriebe
      Beispiel 1 - Grobentwurf einer Wiki-Oberfläche einer fiktiven Firma
      Beispiel 2 - Informationssystem der HwK Münster
      Beispiel 3 - Fachbuchkatalog
      Beispiel 4 - Lehrgangskonzept
Umsetzungsmaßnahmen
      Checkliste für ein Unternehmenswiki
Entwicklungstendenzen
      Graphische Suche
      Semantic Wiki
Demonstrations-, Weiterbildungs- oder Qualifizierungsmöglichkeiten
      Weiterbildung
      Angebote im Internet / Speziell Mediawiki:
      Auszug kommerzielle Anbieter
      Weiterführende Quellen



Bedeutung von Informationen

Die Möglichkeiten Informationen zu beschaffen sind so vielfältig, das es keine Generalisierung dafür gibt. Die Menge an Information nimmt in vielen Bereichen von Tag zu Tag zu und wird immer unüberschaubarer, somit auch schlechter auswertbar.

Die richtige Information zur richtigen Zeit bedeutet für ein Unternehmen nicht selten einen entscheidenden Wissens- und damit Wettbewerbsvorsprung. Um diesen Vorsprung nutzen zu können, müssen Informationen nicht nur zeitnah zur Verfügung stehen, sondern auch aufbereitet und in Wissen umgewandelt werden.

Herkömmlich werden Informationen von einigen wenigen aufgearbeitet und in konventionellen Ordnungs- bzw. Ablagesysthemen eingestellt. Das Verbreiten einer neuen Information und das Aktualisieren bereits vorhandener sind mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden. Zeit, die im täglichen Arbeitsprozess nicht genügend vorhanden ist. Darüber hinaus ist nicht sicher gestellt, dass alle wesentlichen Informationen erfasst werden bzw. von den betreffenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder Entscheidungsträgern wahrgenommen werden.

Hinzu kommt die Gefahr, dass Wissen durch Krankheit oder durch Weggang einzelner Mitarbeiter verloren geht. In der Folge werden Fehler wiederholt weil kein einfacher Zugang zum Wissen des Unternehmens vorhanden ist.

In einem solchen System ist der innerbetriebliche Wissenstransfer nur sehr schwer aufrecht zu erhalten, und entsprechend auch der Wettbewerbsvorsprung gegenüber Mitbewerbern.
Wissen in einfacher Form aufzubereiten und schnell innerhalb des Unternehmens zugängig zu machen ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.

Große datenbankgestützte Wissensmanagementsysteme können sich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Regelfall nicht leisten. Sie zu implementieren ist sehr kostspielig, zum anderen sind solche Systeme nicht von der Stange „on the Fly" einzusetzen und nur von Fachpersonal bedienbar. Herkömmliche Content-Management-Systeme (CMS) sind außerdem oft als zu starre Konzepte ausgelegt. Eine ansprechende Flexibilität in der Benutzung zu erreichen, ist nur mit großem Aufwand möglich.

Vor diesem Hintergrund ist ein System wünschenswert, das die oben genannten Nachteile im weitesten Sinne nicht hat und einen einfachen, schnellen Wissenstransfer unterstützt, mit einem Webbrowser zu bedienen und nicht auf zusätzliche probitäre Spezialsoftware angewiesen ist.

Was ist ein Wiki

Anfang der 1990er Jahre etablierte sich das World Wide Web (WWW). Dort werden mit Hypertext geschriebene Seiten untereinander durch - obwohl sie auf verschiedenen Server lagen - sogenannte „Links" verbunden. Ausgehend von der Technologie des WWW wurde in den späten 1990er Jahren eine Software mit dem Name Wiki entwickelt. Eine Software, mit der kollaboratives (d. h. gemeinsames) Schreiben und Gestalten von Webseiten auf einfache Art und Weise möglich ist.

Ein Wiki (hawaiisch für „schnell"), seltener auch WikiWiki oder WikiWeb genannt, ist ein Hypertext-System, dessen Inhalte von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online geändert werden können. Diese Eigenschaft wird durch ein vereinfachtes Content-Management-System, der sogenannten Wiki-Software oder Wiki-Engine, bereitgestellt. Zum Bearbeiten der Inhalte wird eine einfach zu erlernende Markup-Sprache verwendet.

Eines der bekanntesten Anwendungsbeispiele dieses Systems ist Wikipedia. Tausende von freiwilligen Benutzern arbeiten an Wikipedia mit, stellen Enzyklopädietexte online und verbessern sie immer weiter. Eindrucksvoll wird hierdurch gezeigt, wie die Zusammenarbeit von individuellen und räumlich getrennt arbeitenden Benutzern funktioniert.

Aktueller Stand der Technik

Zurzeit gibt es über 115 unterschiedliche Wiki-Systeme die mit verschiedenen Programmiersprachen erstellt wurden. Weit verbreitet sind die Sprachen Perl, PHP und Java.
Die meisten Wikis sind in der Rubrik Open Source einzuordnen. Sie stehen zur freien Verfügung und werden zum Teil von einer mehr oder weniger großen Entwicklergemeinde weiter entwickelt. Eine der weit verbreiteten Wiki-Engine ist das Mediawiki auf der die Enzyklopädie Wikipedia basiert.

Alle Wikis verfügen über einen leicht zu bedienenden Editor für die Eingabe, die Möglichkeit der Seitenversionskontrolle und eine einfache Benutzerverwaltung so wie eine Volltextsuche.

Einfach zu erlernende Markup-Sprache

Die nachfolgende Tabelle (Bild 1: Textgestaltung) zeigt beispielhaft wie ein Text mit einfachen Befehlen formatiert werden kann. Die Befehle sind entweder über Hilfeseiten zu finden, oder man kopiert den Aufbau einer bereits vorhandenen Wiki-Seite aus dem entsprechenden Editor.
Bild 1:, Textgestaltung
Quelle: Auszug aus http://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe:Textgestaltung

Die unterschiedlichen Wiki-Systeme stellen einen unterschiedlichen Funktionsumfang zur Verfügung. Mittlerweile stellen die meisten Systeme zusätzliche Funktionsmodule bzw. Erweiterungen (Extensions) wie z.B. WYSIWYG (What You See Is What You Get / Was du siehst, ist [das] was du bekommst) Editoren (Bild: 2 FCKeditor) zur Verfügung. Diese können je nach Bedarf installiert werden.
Bild 2:, FCKeditor
Quelle: FCKeditor

Ein kleiner Überblick über die technischen Vorraussetzungen für die Installation eines Wikis ist in Bild 3: Wiki Technik zu sehen. Im Regelfall sind eine Linuxdistribution mit Webserver (Apache), Datenbank (Mysql) und Skriptsprachen wie PHP, Perl und ggf. Python erforderlich.
Bild 3:, Wiki-Technik
Quelle: wikimatrix


Gute Gründe ein Wiki einzusetzen

Generell besteht in allen Unternehmen und Organisationen die Notwendigkeit, das vorhandene Wissen eines Unternehmens zu dokumentieren und weiterzuentwickeln. Darüber hinaus fordert das gemeinsame Erarbeiten von Information und der Aufbau des Unternehmenswissens das „Wir-Gefühl" in einem Unternehmen.

Gleichzeitig wird sichergestellt, dass das Wissen einzelner Mitarbeiter nicht zum Risikofaktor wird, wenn ein Mitarbeiter ausfällt oder ausscheidet.

Durch den Einsatz eines Wikis kann es zum Umdenken in den Arbeits- und Organisationsabläufen kommen oder den kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP-Ideenprogramm) beschleunigen, was positiv auf die Motivation und Innovationsfähigkeit in einem Unternehmen wirken kann. Möglichen Vorbehalten gegenüber der Informationsweitergabe (ich behalte mein Wissen, dann bin ich nicht so schnell ersetzbar) kann durch eine entsprechende Unternehmensphilosophie entgegen gewirkt werden.

Einfache Vorbehalte gegenüber Wiki

  • „mein" Artikel vs. „unser" Artikel
  • besser - besser - gut (statt: gut - besser - perfekt)
  • besser schlecht als gar nicht (interne Infos!) ???

können langsam entkräftet werden.

Vorteile

Die Kanalisation und die einfache Selektion von Informationen werden immer mehr in den Vordergrund dringen. Die Erschaffung eines Mehrwertes für das Unternehmen und den Mitarbeiter wird schnell durch folgenden Sachverhalt deutlich:

  • einfache Dokumentation von Standardverfahren erleichtern neuen Kollegen die Einarbeitung
  • Vertretungen werden dadurch schneller möglich
  • der Kunde kann schneller bedient werden
  • Qualitätskriterien werden besser erfüllt
  • Reaktionszeiten werden verkürzt
  • Kundenzufriedenheit wächst
 
Typische Auswahlkriterien für den Einsatz eines Wikis sind:

  • Kostengründe
  • Einfache Benutzung
  • Einfache/schnelle Implementierung
  • Nachbildung des "Wikipedia-Erfolgs" im Unternehmen
  • Enthaltene Versionshistorie

Wiki auch für Handwerksbetriebe

Im allgemeinen wird dargestellt, dass Wikis nur für eine große Gemeinde (community) Gleichgesinnter oder große Unternehmen geeignet sind.
In einer empirischen Untersuchung (nicht repräsentativ) der Universität Köln konnte von Tim Bartels 2006 gut dargestellt werden (Bild: 4 Anzahl der Mitarbeiter), dass nicht nur große Unternehmen sondern auch kleinere Unternehmen bis 50 Mitarbeiter vom Einsatz eines Wikis profitieren können.
Bild 4:, Anzahl der Mitarbeiter
Quelle: Umfrage Universität Köln 2006/ Tim Bartels

Bild 5:, Probleme
Quelle: Umfrage Universität Köln 2006/ Tim Bartels

Unabhängig von der Unternehmensgröße steht und fällt der Erfolg eines Wikis jedoch mit der Bereitschaft aller Führungskräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, das System zu nutzen, zu pflegen.

Die mangelnde Beteiligung der Nutzer wird in knapp 50% aller befragten Unternehmen als Hauptproblem angesehen (Bild 5: Probleme).

Fast die Hälfte der Befragten hatte zu mindestens zeitweise mit diesem Problem zu tun. Die Motivation der Mitarbeiter ist somit ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Wikis.
Vandalismus d. h. mutwillige Zerstörung von informellen Wissen oder die bewusste Fehlinterpretation wurden von keinem der Befragten als Problem angesehen.

vgl. Quelle: Umfrage Universität Köln 2006/ Tim Bartels

Beispiel 1 - Grobentwurf einer Wiki-Oberfläche einer fiktiven Firma

Grobentwurf für eine Wiki-Oberfläche der fiktiven Firma „Zahnrad und Co."
Im Bild 6: Zahnrad und Co ist gut zu sehen, dass die „Mitarbeiter Informationen" einen großen Bereich einnehmen. Hier werden aktuelle Themen angesprochen, die für alle Mitarbeiter relevant sind.

Der rechte Bereich ist gut strukturiert und in drei Abschnitte untergliedert:

Im oberen Abschnitt ist der strategische Infobereich der Geschäftsführung mit Hinweisen auf neue (zukunftsweisende) Projekte zu finden. Für Notfälle gibt es zusätzlich Möglichkeiten an Ersthelfer usw. heran zu kommen.

Der mittlere Abschnitt ist für die interne Kommunikation im Entwicklungsbereich vorgesehen. Dort sind die Beschreibung der eigenen Werksnorm und Hinweise auf Änderungen, die sich ergeben haben, hinterlegt.

Die Produktion wird im unteren Drittel abgebildet. Die hinterlegten Informationen sind in die Kategorien „Fertigungsplanung" und „Maschinenlisten" unterteilt, die wiederum in Subkategorien gegliedert sind.
Bild 6:, Zahnrad & Co.
Quelle: unbekannt

Durch die übersichtliche Anordnung der Themen unter Einbeziehung des organisatorischen Kontext fällt es dem innerbetrieblichen Nutzer nicht schwer, die Wiki-Oberfläche zu bedienen.

Beispiel 2 - Informationssystem der HwK Münster

Das Informationssystem der Handwerkskammer Münster

Bei dem Entwurf der Startseite wurde besonders Wert auf die Verwendung innerbetrieblich klar definierter Begriffe gelegt. Brandaktuelle Informationen werden z.B. unter „Nachrichten 2009" eingestellt. Jeder Benutzer, der im Wiki angemeldet ist, wird durch die Anmeldung gleichzeitig zum Autor und kann die Information eingeben.
Bild 7:, KIS Hauptseite
Quelle: Handwerkskammer Münster

Wichtig für die Eingabe von eigenen Beiträgen sind vereinbarte Regeln (Bild 8: Regeln für Autoren) wie diese.
Bild 8:, Regeln für Autoren
Quelle: Handwerkskammer Münster


Beispiel 3 - Fachbuchkatalog

Fachbuchkatalog

Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist ein Verzeichnis für Fachbücher [Bild 9: Fachbuch-katalog).
Quelle: Autor

Hier ist es möglich die Einträge z. B. nach Jahren auf- bzw. ab steigend zu sortieren.


Zusätzlich kann über eine Volltextsuche nach einzelnen Begriffen gesucht werden.
Bild 9:, Fachbuchkatalog
Quelle: Hwk Münster


Beispiel 4 - Lehrgangskonzept

Lehrgangskonzept

Für die Qualitätssicherung ist ein wikibasierendes QM-System integriert worden.
Es wurden zum Teil bestehende oder auch neue Konzepte erfasst und in das QM-System eingegeben. Unter der Kategorie Lehrgangskonzepte befinden sind rund 170 Konzepte. Eines dieser Konzepte ist unten abgebildet (Bild 10: Fachkonzept).
Gut zu sehen ist die Verknüpfung des Lehrgangskonzepts mit dem im unteren Bereich eingetragenen Fachkonzept. Auf weiterführende Information der Fachkonzepte kommt man indem auf die Verlinkung des jeweiligen Begriffs (z. B. Werkstattpraktikum) geklickt wird.
Bild 10:, Fachkonzept
Quelle: Handwerkskammer Münster

Seitenstatistik

Die Handwerkskammer Münster setzt seit 2007 für das Kammer Informationssystem (KIS) ein Wiki (Mediawiki) ein. Ein Auszug aus der Wiki Statistik Stand „Anfang 2008" zeigt die Auslastung des Systems, auf das alle Mitarbeiter Zugriff haben. Es ist gut zu erkennen, wie die Mitarbeiter das Informationssystem nutzen.

  • es gibt 7.860 Seiten in der Datenbank
  • insgesamt wurden 448 Dateien hochgeladen
  • insgesamt gab es 263.620 Seitenabrufe und 22.013 Seitenbearbeitungen seit KIS eingerichtet wurde
  • daraus ergeben sich 2,80 Bearbeitungen pro Seite und 11,98 Seitenabrufe pro Bearbeitung

Die Hitliste der am meisten besuchten Seiten [Anzahl der Aufrufe]

  1. Hauptseite  [131.396]
  2. Kategorie: HBZ  [3.124]
  3. Schulungen in KIS [2.487]
  4. KIS: Über KIS [2.426]
  5. Kategorie: Telefon und Adressen  [1.735]
  6. Kategorie: Vorlagen und Anträge [1.428]
  7. Kategorie: Öffentlichkeitsarbeit  [1.269]
  8. Kategorie: Veranstaltungen  [910]
  9. Von-a-bis-z  [879]
  10. Kategorie: Lehrgangskonzepte [795]

Als Informationsmedium hat sich das Wiki etabliert. In regelmäßigen Schulungen werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über den Mehrwert der Informationstransparenz unterrichtet. Durch Anwendungsbeispiele, die einen praxisnahen Bezug haben, kann eine hohe Lernerfolgsquote erzielt werden, so dass die Umsetzung in die Praxis nicht allzu schwer fällt.

Umsetzungsmaßnahmen

Checkliste für ein Unternehmenswiki

Top 1: Wer ist für was verantwortlich?

Um den langfristigen Erfolg eines Unternehmens weiter zu sichern, sollte die Einführung und Verstetigung Chefsache sein. Die konkrete Umsetzung und Pflege ist hauptverantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anzuvertrauen, die über das erforderliche technische wie redaktionelle Wissen verfügen bzw. sich dieses aneignen können. Weiter sollten diese Mitarbeiter über soziale und kommunikative Kompetenz verfügen, um in der Lage zu sein:

  • die Führungskräfte und Mitarbeiter anzusprechen
  • Schulungen durchzuführen
  • motivieren zu können
  • Kritiker zu überzeugen

Top 2: Einsatzzweck auswählen

Wikis eignen sich aufgrund ihres offen Konzeptes für eine Vielzahl verschiedener Einsatzzwecke. Hier gilt es zu festzulegen, für was das Wiki eingesetzt werden soll:

  • zur Dokumentation
  • als Nachschlagewerk
  • zur Projektplanung
  • zur Diskussion
  • als E-Learning-Plattform

Top 3: Welches Wiki wird es?

Auf Grund der Vielzahl frei angebotener Wikis (www.wikimatrix.org) ist es notwendig, Kriterien auszuarbeiten, die mit dem Einsatzzweck harmonisieren.
Welche Anforderungen werden an das System z. B. hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit gestellt, oder welche Art von Informationen sollen primär erfasst werden und wie sind diese anschließend bereitzustellen, sind einige der möglichen Frage, die es im Vorfeld zu beantworten gilt.

Mit welchen Techniken können die definierten Anforderungen umgesetzt werden:

  • What You See Is What You Get (WYSIWYG) Editor
  • Templates und Formatvorlagen
  • einfache Administration
  • enthaltene Versionshistorie
  • RSS-Feeds

Top 4: Redaktionskernteam für das Wiki bilden

Gerade am Anfang fehlt es im neuen Wiki an Beiträgen. Erst wenn eine kritische Masse erreicht wird, ist es auch für alle Benutzer interessant. Um den Start zu erleichtern, gilt es aus allen Bereichen Verbündete zu finden, die die Hemmschwelle zur Mitarbeit herunter setzen und Vorteile darstellen können wie z. B.:

  • Ablösung von privaten Notizen
  • Notizen auch für Kollegen brauchbar
  • Einmal schreiben statt zehnmal erzählen

Top 5: Themen planen / Ziele definieren

Oberste Maxime für die Gliederung und Strukturierung des Systems sollte sein: Jeder Mitarbeiter findet sich mit seinem Arbeitsbereich thematisch wieder.
Dies kann z. B. erreicht werden durch:

  • die Einteilung des Unternehmens in übersichtliche Bereiche
  • erste Templates und Formatvorlagen
  • Vorgaben wie vertrauliche Informationen verarbeitet werden
  • Vorgabe erster Kategorien (Bereiche)
  • gute Beispieltexte

Top 6: Planung /Zeit

Die Einführung eines Wikis muss geplant werden. Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter früh genug mit ein. Erwarten Sie am Anfang nicht zuviel. Bei der Einführung einer Technologie ändern sich auch Arbeitsabläufe und Arbeitsaufgaben. Als Führungskraft müssen Sie es vorleben um die Argumente und Anregungen der Mitarbeiter beurteilen zu können und um Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren.

  •  um beurteilen zu können, was Mitarbeiter sagen
  •  sollten Sie klare Regeln definieren
  •  sollten Sie zum Teil alte Kommunikationswege modernisieren oder kappen?

Top 7: Support

Computersysteme und Software unterliegen einer ständigen Modernisierung. Es müssen vorhandene Fehler beseitigt und Software auf den neusten Stand gehalten werden. Hierfür bedarf es Mitarbeiter, die in der Lage sind:

  • Technische Unterstützung zu gewährleisten
  • andere Mitarbeiter zu schulen
  • Technische Neuerungen anderen vermitteln und umsetzen zu können


Entwicklungstendenzen

Graphische Suche

Zurzeit ist bei den basierenden Suchdiensten (z.B. Yahoo, Altavista, Google, usw.) die textbasierte Suchfunktion im Internet Standard. Die Ausgabe der Suchergebnisse ist oft unübersichtlich dargestellt. Abhilfe können zukünftig graphische Ein- und Ausgabesysteme leisten.

Beispielhaft soll hier gezeigt werden wie einfach die Suche nach dem Begriff „Wärmepumpe" in einem Wiki und die anschließende Ergebnisdarstellung (Bild: 11 Wärmepumpe) sein kann. Hierzu wird die Software WikiMindmap auf www.wikimindmap.org aufgerufen.

Für dieses Beispiel soll folgendes eingegeben werden:

Select a Wiki:           de.wikipedia.org
Enter your Topic:     Wärmepumpe
Bild 11:, Wärmepumpe
Quelle: wikimindmap

Die weitere Navigation wird durch anklicken des „+" Zeichens ausgelöst. Hierdurch ist es möglich, einfach nach weiteren Inhalten zu suchen.
In diesem Beispiel (siehe Bild 12: Wärmepumpe Kurzbeschreibung) sind die „ Kurzbeschreibung" und „ Bauform" der Wärmepumpe ausgewählt worden. Gut übersichtlich werden hier weitere Unterpunkte dargestellt, die eine Navigation zur weiteren Information erleichtern.
Bild 12:, Wärmepumpe Kurzbeschreibung
Quelle: wikimindmap


Semantic Wiki

Eine Weiterentwicklung der Wiki-Technologie bildet sich in einer speziellen Form des Wikis, dem Semantic Wiki (semantisches Wiki), ab. In herkömmlichen Wikis werden Seiten von Benutzern erstellt und mit Hilfe von Informationen und Querverweisen verknüpft, die ein „normaler" Leser verstehen kann.

In einem semantischen Wiki werden Daten mit speziellen Informationen verknüpft, so dass Maschinen diese auslesen und verarbeiten können. Diese Art der Informationsanhänge (auch Annotationen genannt) können auch nachträglich in einen bestehenden Wiki-Text eingegeben werden. Aus diesen Annotationen werden Metadaten generiert.

Hierzu ein kleines Beispiel, die Beschreibung eines Ölbrenners in einem semantischen Wiki einer Installationsfirma.

Als typische Metadaten zur Beschreibung eines Ölbrenners werden angenommen: Hersteller, Brennertyp; Modell, Baujahr, Wärmeleistungen, Heizöldüsengröße. Relevante Kundendaten sind: Kundennachname, Kundenvorname, Brennertyp, wann gekauft, letzte Wartung, Problem behoben.

In einem nicht semantischen Wiki wäre es fast unmöglich, kombinierte Informationen über Kunden, Hersteller, Baujahr eines Brenners und den Zeitpunkt der letzten Wartung zusammen zu tragen. Es würde nicht gut funktionieren.

In einem semantischen Wiki könnte für das Beispiel jedoch folgende Abfrage formuliert werden:

Suche alle Kunden deren Baujahr des Ölbrenner nicht älter als 2000 ist, gib den Hersteller und die letzte Wartung mit aus. Sortiere absteigend. Umgesetzt wird diese Abfrage (ask), im semantischen Wiki wie folgt:

Abfrage im semantischen Wiki
Quelle: Autor

Das Ergebnis der Abfrage könnte dann folgendermaßen aussehen:

Name
Hersteller
Baujahr
Letzte Wartung
Mustermann
Weishaupt
2000
2008
Musterfrau
Viessmann
1999
2007
Musterhans
Vaillant
1998
2008

Es ist leicht zu erkennen, welche enormen Möglichkeiten in der semantischen Erweiterung von Wikis stecken.

Eines der bekanntesten Projekte ist das Semantic MediaWiki. Dieses Projekt erweitert das Mediawiki um die semantischen Eigenschaften. Mediawiki ist die Basis der bekannten freien Enzyklopädie Wikipedia. Einer der Hauptentwickler ist Markus Krötzsch. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) an der Universität Karlsruhe und koordiniert das Semantic Media Wiki Projekt.

Einige Beispiele für Semantic Wiki-Systeme:

Semantic Media Wiki
www.semantic-web.at/1.36.resource.270.jetzt-anmelden-semanticweb-wissen-f-r-unternehmen-und-innovatoren.htm

Demonstrations-, Weiterbildungs- oder Qualifizierungsmöglichkeiten

Weiterbildung

Folgende Maßnahmen sind im BiS-Tech geplant:

Informationsveranstaltungen zum Thema Wiki
Wiki-Workshop - Einführung in die Wiki-Technologie

Angebote im Internet / Speziell Mediawiki:

Wikischulung

Auszug kommerzielle Anbieter

www.kontextwork.de
Semantic Web Company Blumauer & Partner OEG

Weiterführende Quellen

WWW:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Berners-Lee

Wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wiki

Wikibeispiel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia
Kreisfeuerwehrverband Düren
www.kfv-dueren.de/
http://www.rezeptewiki.org/wiki/Hauptseite
http://www.pflegewiki.de/wiki/Hauptseite
http://www.therapedia.de/wiki/index.php/Hauptseite

Zukunft:
http://www.wikimindmap.org/
http://de.wikipedia.org/wiki/Semantisches_Wiki
www.verwaltungskooperation.at/index.php?title=Plattform_Verwaltungskooperation

Wiki Übersicht:
http://www.wikimatrix.org/index.php
http://en.wikipedia.org/wiki/Comparison_of_wiki_software

Schulen:
http://wiki.zum.de/Hauptseite
http://www.wikischool.de/wiki/Hauptseite
http://www.schulwiki.org/wiki.cgi


 



«zurück zur übergeordneten Fachinformation