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HEIZUNGSBAUER BRINGT DISCO KING AUFS LAND

Letzte Änderung: 30.01.2015
 
Abwärme und jede Menge Gärreste fallen beim Betrieb von Biogasanlagen an. Der Heizungs- und
Sanitärbetrieb Lengemann & Eggers hat sich des Problems angenommen und einen neuartigen
Gärrestetrockner entwickelt. Neben den Landwirten kommt das Gerät auch der Umwelt zugute.
 
Eben noch auf der Biogas-Messe in Bremen zu sehen, führt seine Reise nun auf dem Schwerlasttransporter geradewegs auf einen Bauernhof:
Der „Disco King“ geht in Kürze in den Probebetrieb. Den Namen trägt die Entwicklung des Harburger Heizungs- und Sanitärbetriebs Lengemann & Eggers wegen ihrer rotierenden Gitterrost-Scheiben. Sie sind die eigentliche Innovation an dem Gärrestetrockner, den Diplom-Ingenieur Jan Dohrmann innerhalb eines halben Jahres konstruiert hat. Die erheblich teurere bislang genutzte Technik verwendet Bänder zur Trocknung der breiigen Masse, die nach der Vergärung etwa von Hühnermist, Speiseresten und Maissilage in Biogasanlagen übrig bleibt. Gefördert wird das Projekt, dessen Kosten die Geschäftsführer Lars und Arnold Rückert mit knapp einer halben Million Euro beziffern, mit einem Zuschuss im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) des Bundes. Der Gärrestetrockner soll ab Sommer 2015 in vier Größen in Harburg-Neuland produziert werden – ein zusätzliches Standbein für Lengemann & Eggers. Die Heizungsmonteure sind firm, um die Rohrleitungen an dem Trocknungsgerät zu installieren. Am Firmensitz entsteht dazu eine 700 Quadratmeter große Werkhalle. Ein niederländisches Unternehmen steuert den erforderlichen Luftwäscher bei. 30 Anlagen pro Jahr sollen mittelfristig gebaut werden. Gärrestetrockner sind gefragt bei Landwirten und anderen Biogasanlagenbetreibern. Durch Trocknung reduziert sich das Volumen der Gärreste deutlich, beim Disco King laut Lars Rückert um ein Drittel. Weniger Transporte, sofern der Dünger nicht auf eigenen Feldern ausgebracht werden kann, und weniger Lagerfläche sind notwendig, was die Trocknung zu einer Umwelttechnik macht. Der Clou: Der Staat fördert die Nutzung der Abwärme mit einem Bonus von 3 Cent je Kilowattstunde (kWh). Wie schnell sich die Investition amortisiert, dazu findet sich im Werbeprospekt für den Disco King eine Beispielrechnung – auf einem Bierdeckel. cro

   
Kleine und mittlere Betriebe sind oft Innovationsmotoren. Damit die Umsetzung ihrer Ideen nicht an der Finanzierung scheitert, unterstützen Programme von der EU- bis zur Landesebene die Entwicklung bis zur Marktreife. Bei der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB) steht etwa das Programm für Innovation zur Verfügung, das Produktideen mit bis zu 80 Prozent der Kosten fördert. Das Zentrale Innovationsprogamm Mittelstand (ZIM) des Bundes erhält aktuell neue Förderrichtlinien.  

Beratung: Christoph Koch, Handwerkskammer Hamburg , Tel.: 040 35905-225, E-Mail: ckoch@hwk-hamburg.de 

 
 
 
 


 



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